Baum
Storch
Eichel
25. – 27. August
Storkow (Mark)

Seit vielen Jahren sind Notwist in unterschiedlichsten musikalischen Sphären unterwegs. Ihr klangliches Experimentieren beschert uns eine Vielfalt an Geräuschen und Stimmungen, die aber immer großartig und feinfühlig, fragil und brachial zugleich sind: mal wie eine ratternde Metropolis, mal wie ein einsamer Streifzug durch stille Brandenburger Wälder. Zum Orchester aus Bässen, Drums, Glockenspiel und Geigen steht in herrlicher Spannung die besänftigende Stimme von Markus Acher. So schaffen es Notwist trotz oder wegen dieser Bandbreite ihre Einzigartigkeit nie zu verlieren.

The Notwist

Von einer One-Man-Show übers Duo zum Trio: Die Band White Wine um Indie-Ikone Joe Haege (31Knots, Tu Fawning, Menomena) inszeniert gesampelte Sounds und analoge Instrumente mit einem gewissen Trash-Appeal und macht daraus einen ausladenden und ziemlich verrückten Math-Art-Rock. Haege als entrückter Dada-Zirkusdirektor trägt in ausgebeultem Anzug und Hochwasserhose manisch Monologe vor und geht auf Tuchfühlung mit dem Publikum. Aber hey, who cares what the laser says? White Wine kreieren eine wunderbar zeitlose, Spaß bereitende Version von Indie-Rock.

White Wine

Formiert aus einem losen Kollektiv lange bekannter Persönlichkeiten der Berliner LoFi-Szene klingt diese Band so wie man ihren Namen ausspricht: Eine irgendwie tanzbare, hypnotische Verbindung aus Rock’n’Roll und arabischen Harmonien, Surf, New Wave und Psychedelika. Dazu der kühle Gesang von Jonas Poppe und Textzeilen, die man groß an Wände schreiben möchte: „Power to the women of the morning shift!“ Musik, die man so noch nicht gehört hat und die stark über den deutschen und europäischen Tellerrand hinaus schaut.

Oum Shatt

Klez.e spielen nicht immer noch, sondern wieder. Düsterer als es The Cure jemals waren, kommt der neue Klang in Kombination mit persönlich-politischen Texten und erreicht dabei eine poetische Kraft, wie man sie seit Blumfeld und Ja, Paniks „DMD KIU LIDT“ nicht mehr gehört hat. Klez.e spielen sich durch die Untiefen des gegenwärtigen Weltbewusstseins und lassen dabei kaum eine Krise aus. Auf einem Klangteppich aus tiefem Schwarz klingt das von Tobias Siebert so leidenschaftlich gesungene Wort „Antidepressiva“ wie eine Verheißung. Es ist ein Soundtrack für alle, die zwischen den Jägerzäunen der ostdeutschen Kleinstadt die dunklen Kellergewölbe ihres inneren Kontinents aufsuchen wollen.

Klez.e

Im Namen steht es schon: diese drei kennen sich bereits seit ihrer Kindheit in Neustrelitz. Gemeinsam zogen sie nach Berlin – in eine Stadt, die genug Möglichkeiten und Umfeld bietet, nicht erwachsen werden zu müssen. Der lauten Metropole geben sie sich mit ihrem introspektiven Dreampop dennoch nicht hin. Ihr Debüt „Leaving Home“ ist eine bezaubernde Fusion aus The XX, Hundreds und Daughter: Entschleunigt, luftig, aufgeräumt und umschmeichelt von Steffi und Lauras mehrstimmigem Gesang.

Children

Oft als neuer Nils Frahm bezeichnet, verhandelt der junge Musiker und Produzent aus Thüringen seine minimalistischen, modernen Kompositionen fortwährend neu. Bei seinen Konzerten, die mal Solo-Piano, mal Elektronik-Tasten-Verschmelzung sind, tritt Kohlstedt in den Dialog mit sich selbst, der Musik und dem Publikum. Jenseits von deutungsschwerer Klassik oder konstruiertem Pathos versucht er sich mit seinen modularen Kompositionen am reduziert Persönlichen.

Martin Kohlstedt

Gitarren, die an die große Zeit des Rock erinnern, sphärische Echos, entspannte elektronische Beats und die charmanten Stimmen der beiden Britpop-Posterboys Leo Duncan und Ben Moorehouse lassen den Glamour der großen weiten Welt vollkommen unprätentiös wirken. Das Duo aus London spielt mit einer Leichtigkeit, bei der ihr Wissen über die Popgeschichte und ihr musikalischer Ehrgeiz erst in dem intensiven Wechselspiel deutlich werden, das die beiden auf der Bühne entwickeln. Storkow trifft London, und wenn zwischendurch eine der Gitarren so klingt als käme sie von einer Countryband, die gerade bei Antenne Brandenburg spielt, wirkt es, als sei das eine Selbstverständlichkeit.

Ten Fé

Und viele andere mehr!